Erfahrungen & Bewertungen zu TK Rechtsanwältin Dr. Tamara Knöpfel

Immoneo GmbH

Mit Beschluss vom 07.10.2021 des AG Charlottenburg wurde über das Vermögen der Immoneo GmbH das Insolvenzverfahren eröffnet.

Die Immoneo GmbH hatte in der Vergangenheit Darlehen von Anlegern angenommen und mit der Absicherung der Darlehensrückführung durch eine Bürgschaft des alleinigen Gesellschaftergeschäftsführers, Dragan Silic, geworben.

Die Immoneo GmbH verfügte über keine Erlaubnis der Bafin zum Betreiben des Einlagengeschäfts, so dass von dem Betreiben eines Einlagengeschäfts ohne die erforderliche Erlaubnis nach § 32 KWG auszugehen ist, da vermutlich in mehr als 25 Fällen, unbedingt rückzahlbare, Gelder des Publikums angenommen wurden. Den Geschäftsführer Dragan Silic trifft deshalb eine direkte Schadenersatzverpflichtung auf Rückzahlung der jeweiligen Anlagen in voller Höhe aus § 823 Abs. 2 iVm. §§ 32, 54 KWG.

Der Insolvenzverwalter hatte alle angemeldeten Forderungen gegen die Immoneo GmbH im Insolvenzverfahren vorläufig bestritten. Begründet wurde dies damit, dass noch geprüft werden müsse, ob eine wirksame Bürgschaft des Gesellschaftergeschäftsführers, Dragan Silic, bestehen würde, dann hätten die Anleger zunächst ihre Ansprüche gegen diesen zu verfolgen.

Mit weiterem Schreiben vom 01.03.2022 hat der Insolvenzverwalter nunmehr die Gläubiger im Insolvenzverfahren erneut angeschrieben, offensichtlich mit dem Ansinnen diese von einer direkten Inanspruchnahme des Gesellschaftergeschäftsführers Silic aus der Bürgschaft abzuhalten. Hintergrund soll sein, dass Herr Silic „freiwillig“ einen „nennenswerten sechsstelligen Betrag“ für die Bürgschaftsgläubiger „zur Verfügung stellt“ und die Gläubiger im Gegenzug darauf verzichten, den Gesellschaftergeschäftsführer Silic nicht persönlich in Anspruch zu nehmen. Hierdurch soll eine Privatinsolvenz von Herrn Silic vermieden werden.

Dieser Vorschlag erscheint doch sehr befremdlich, da Herr Silic Gesellschafter und Geschäftsführer einer erheblichen Anzahl von weiteren Gesellschaften ist, welche teilweise, wie beispielsweise die RSS Rosta Silic Steinmetzstraße GmbH, erst im Juli letzten Jahres gegründet wurden, also zu einem Zeitpunkt, als die Probleme bei der Immoneo GmbH zu Tage traten.

Die Vermeidung einer Privatinsolvenz des Herrn Silic, um jeden Preis, ist jedenfalls nicht im Sinne der Gläubiger der Immoneo GmbH. Insbesondere auch deshalb nicht, weil den Anlegern ein Schadenersatzanspruch aus unerlaubter Handlung zusteht, welcher in einem Urteil, mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit, so festgestellt werden würde. Im Falle einer Privatinsolvenz unterliegen solche Ansprüche nicht der Restschuldbefreiung, d.h. auch im Fall der Privatinsolvenz würden die Ansprüche der Anleger nicht untergehen, sondern es kann über einen Zeitraum von 30 Jahren die Vollstreckung versucht werden. Darüber hinaus wird bei einer Privatinsolvenz von Herrn Silic sein gesamtes Vermögen verwertet, d.h. alle seine Gesellschaftsbeteiligung. Ich stelle hier einmal die Vermutung auf, dass diese Vermögenswerte über den „nennenswerten sechsstelligen Betrag“ hinausgehen, welche er für die Befriedigung der Gläubiger an die Insolvenzmasse der Immoneo GmbH zahlen will.

Der Insolvenzverwalter hat die Dividende vorläufig (wohl ohne die Vereinbarung mit Herrn Silic) auf 0,4 % beziffert. Bei einer Anlage von 20.000,- € sind das 80,- € die der Gläubiger aus der Insolvenzmasse gezahlt bekommt. Ich habe den Insolvenzverwalter gebeten mitzuteilen, welche Quote sich ergibt, wenn Herr Silic den angekündigten sechsstelligen Betrag zahlen würde. Es bleibt abzuwarten, ob dies zu einer nennenswerten Zahlung an die Gläubiger führen würde.

Nach meinem derzeitigen Kenntnisstand empfehle ich, entgegen des Vorschlags des Insolvenzverwalters, den Gesellschaftergeschäftsführer Dragan Silic persönlich in Anspruch zu nehmen. Soweit außergerichtlich keine Zahlung erfolgt, sollte mit der Zahlungsklage die Feststellung verbunden werden, dass sich der Anspruch auf Zahlung aus einer unerlaubten Handlung ergibt. Damit bleibt die Forderung auch im Falle der Privatinsolvenz erhalten und geht nicht im Rahmen der Restschuldbefreiung unter.

Sprechen Sie mich an.







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