Conti Schiffsfonds

Schaden durch Schiffsfonds

Die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) berichtete bereits im November 2012, dass für Schiffsfonds eine Insolvenzwelle droht, da angesichts von Überkapazität und sinkenden Charterraten vielen Fonds die Zahlungsunfähigkeit drohe und Anleger daher bei Schiffsfonds mit hohen Verlusten rechnen müssten.
Siehe: http://www.faz.net/aktuell/finanzen/fonds-mehr/ueberkapazitaet-und-sinkender-charterraten-schiffsfonds-droht-eine-insolvenzwelle-11973085.html

Trotz der Tatsache, dass sich eine Überkapazität gerade bei Massengutfachtern (Bulker) ab Ende 2008 abzeichnete, wurden weitere Schiffsfonds in den Jahren 2009 bis sogar 2012 aufgelegt.

Befeuert wurde dieses Wachstum in Deutschland unter anderem auch von der HSH Nordbank welche sich – laut Bericht von Panorama3 – anschickte der größte Schiffsfinanzierer der Welt zu werden (http://www.ndr.de/nachrichten/HSH-Nordbank-Steuergeld-fuer-Pleiteschiffe,hsh376.html).

Auch die Conti Reederei legte in den Jahren 2009 bis 2012 dreizehn Bulker-Fonds auf, obwohl der Markt für Massengutfrachter (Bulker) seit 2010 mit erheblichen Überkapazitäten zu kämpfen hatte, die zum Einbruch der Charterraten und in der Folge zu Insolvenzen bei Charterern geführt hatten. Bereits ab 2009 war das enorme Auftragsvolumen für Schiffsneubauten erkennbar. Im Jahr 2010 betrug das Wachstum der Bulkerflotte 17 % in einem Jahr. Dieses Wachstum an Transportangebot war dreimal so hoch wie das Nachfragewachstum. Viele Schiffe waren bereits 2009 beschäftigungslos.

Die Conti Reederei hat die Bauaufträge für die Schiffe im Jahr 2008 – auf dem Höhepunkt des damals boomenden Seetransportmarktes – abgeschlossen. Ende 2008 ist diese Blase geplatzt und die Preise fielen ins Bodenlose. Die Auftragsbücher für Schiffsneubauten waren voll. Die Conti hatte die Bauaufträge für die Schiffe größtenteils von anderen Gesellschaften übernommen, die Schiffe waren weit überwiegend 2006 in Auftrag gegeben worden und standen dann zwischen 2009  und 2012 zur Auslieferung an. Die Schiffe waren durch Darlehen – größtenteils der HSH Nordbank, aber auch der Commerzbank – vorfinanziert und das eingeworbene Kommanditkapital diente der teilweisen Darlehensrückführung, die in den Verträgen vereinbart worden war. Hätte die Conti die Fonds zum damaligen Zeitpunkt nicht aufgelegt und die Anleger nicht eingeworben, so hätte dies für die Conti bereits zum damaligen Zeitpunkt zu einer ernsthaften finanziellen Schieflage geführt. In den Fondsprospekten wird die Markterwartung für die Bulker zu positiv dargestellt. Selbst im Jahr 2012, als die Krise bereits zwei Jahre andauerte und klar war, dass eine schnelle Markterholung nicht mehr zu erwarten war, wurde in dem Prospekt behauptet, dass es sich bei dem Bulker-Markt um einen Wachstumsmarkt handeln würde.