Erfahrungen & Bewertungen zu TK Rechtsanwältin Dr. Tamara Knöpfel

MS Conti Selenit

1. Prospektfehler

Der Prospekt des Conti 154. Schifffahrts-GmbH & Co. Bulker KG „MS Conti Selenit“ Schifffonds wurde am 19.11.2009 aufgelegt. Die MS Conti Selenit ist ein Panamax-Bulker mit einer Tragfähigkeit von 75.200 tdw.

Bereits ab dem Jahre 2009 war die sich ausweitende Überkapazität im Bulk-Carrier-Markt sichtbar, das Jahr 2009 wurde als äußerst schwieriges Jahr in Fachkreisen beschrieben. Dennoch wurden die Markt- und Auftragserwartungen im Prospekt des Conti Schiffsfonds MS Conti Selenit positiv beschrieben, die Tatsache, dass bereits Überkapazitäten auf dem Schiffsmarkt im Bereich der Massengutschifffahrt vorhanden waren, wurde überhaupt nicht angesprochen. Der Conti Selenit wurde im Prospekt ein lukratives Marktumfeld bescheinigt, tatsächlich wurden Pananmax-Bulker wie die Selenit in dieser Größe nicht mehr so häufig nachgefragt, Bulker in dieser Größe haben zunehmend an Bedeutung verloren. Tatsächlich wurden immer größere Schiffe gebaut und auch nachgefragt.

Der Prospekt des Conti Schiffsfonds MS Conti Selenit ist deshalb fehlerhaft. Dies führt zu einem Schadenersatzanspruch der Anleger gegen die Bremer Bereederungsgesellschaft und die Conti Reederei Management GmbH & Co. KG als Gründungsgesellschafter der Fondsgesellschaft.

2. Kapitalanlegermusterverfahren

Mit Beschluss vom 03.04.2019 des Landgerichts Hamburg wurde das Kapitalanlegermusterverfahren eröffnet und dem Hanseatischen Oberlandesgericht die von mir beantragten Feststellungziele zur Feststellung der vorgetragenen Prospektfehler im Prospekt des Conti Schiffsfonds MS Conti Selenit zur Entscheidung vorgelgelegt. Das Oberlandesgericht hat den Musterkläger bestimmt. Dieser wird von mir vertreten.

3. Verjährungshemmung durch Forderungsanmeldung

Die Beteiligung am Conti Selenit wurde ab November 2009 vertrieben. Damit ist ab November 2019 auf den Ablauf der zehnjährigen absoluten Verjährungsfrist zu achten, die mit dem Abschluss der Beteiligung zu laufen beginnt.

Ab Bestimmung des Musterklägers können Anleger, die bisher noch nicht geklagt haben, die Verjährung kostengünstig durch eine Forderungsanmeldung nach § 10 KapMuG hemmen. Die Anmeldung der Forderung ist noch bis 21.04.2020 möglich. Die Anmeldung muss jedoch vor Ablauf der Verjährungsfrist erfolgen, so dass ein zeitnahes Handeln erforderlich ist.