Erfahrungen & Bewertungen zu TK Rechtsanwältin Dr. Tamara Knöpfel

MS Conti Saphir

1. Prospektfehler

Der Prospekt des 154. Schifffahrts-GmbH & Co. Bulker KG „MS Conti Saphir“ wurde am 30.10.2009 aufgelegt.

Der Prospekt des Conti Schiffsfonds MS Conti Saphir behauptet, dass das hohe Verschrottungspotential der akutellen Flotte, mögliche Orderstornierungen und eine Erholung der Weltwirtschft mit einer Zunahme des Welthandels mittelfristig für ein positives Marktumfeld sprechen würden. Diese Behauptung war zum damaligen Zeitpunkt wegen der tatsächlichen Marktlage unvertretbar. Denn das ISL stellte in seiner Fachzeitschrift vom April 2009 bereits fest, dass sich eine Überkapazität auf dem Bulker-Markt abzeichete.

Bereits ab dem Jahre 2009 war die sich ausweitende Überkapazität im Bulk-Carrier-Markt sichtbar. Das Jahr 2009 wurde als äußerst schwieriges Jahr in Fachkreisen beschrieben. Dennoch wurden die Markt- und Auftragserwartungen im Prospekt für die MS Conti Saphir positiv beschrieben. Die Tatsache, dass bereits Überkapazitäten auf dem Schiffsmarkt im Bereich der Massengutschifffahrt vorhanden waren, wurde überhaupt nicht angesprochen. Der Prospekt des Conti Schiffsfonds MS Conti Saphir bezeichnet die Bulkerschifffahrt als Wachstumsmarkt. Dies war aufgrund der tatsächlichen wirtschaftlichen Lage zum damaligen Zeitpunkt unvertretbar. Deshalb ist der Prospekt fehlerhaft.

2. Kapitalanlegermusterverfahren

Das Landgericht Hamburg erließ am 01.04.2019 aufgrund der von mir vorgetragnen Prospektfehler einen Vorlagebeschluss an das Hanseatische Oberlandesgericht. Daher wird nun in einem Kapitalanlegermusterverfahren geprüft, ob die von mir geltend gemachten Prospektfehler im Prospekt des Conit Schiffsfonds MS Conti Saphir vorliegen.

Das Verfahren richtet sich gegen die Gründungsgesellschafter, die Bremer Bereederungsgesellschaft und die Conti Reederei Management GmbH & Co. KG.

Der Musterkläger wurde bestimmt und wird durch mich vertreten.

3. Verjährungshemmung durch Forderungsanmeldung

Schadensersatzansprüche wegen Prospektfehler verjähren spätestens 10 Jahre seit Beitritt zu dem Fonds. Da der Fonds ab November 2009 vertrieben wurde, droht der Verjährungseintritt – je nach dem Zeitpunkt der Beteiligung – ab November diesen Jahres. Anleger die bisher noch keine Klage wegen Prospektfehlern erhoben haben, können nach Bestimmung des Musterklägers ihre Forderung durch einen Anwalt beim Oberlandesgericht anmelden und damit kostengünstig die Verjährung hemmen.

Die Forderungsanmeldung ist noch bis 16.04.2020 möglich, jedoch muss die Forderung angemeldet sein, bevor die zehnjährige absolute Verjährungsfrist abläuft. Anleger die in den Schiffsfonds Conti Saphir investiert haben und ihre Beteiligungssumme nicht komplett abschreiben möchten, müssen schnell handeln.