Erfahrungen & Bewertungen zu TK Rechtsanwältin Dr. Tamara Knöpfel

MS Conti Achat

1. Prospektfehler

Der Prospekt der Conti 172. Schifffahrts-GmbH & Co. Bulker KG „MS Conti Achat“ wurde am 20.05.2010 herausgegeben. Bei der MS Conti Achat handelt es sich um einen Supramax-Bulker mit einer Tragfähigkeit von 57.000 tdw.

Der Bauauftrag für das Schiff war von der Conti Unternehmensgruppe im April 2008 übernommen worden. Es wurde am 18.05.2010 von der Werft an die Beteiligungsgesellschaft ausgeliefert.

In dem Prospekt des Conti Schiffsfonds MS Conti Achat wird behauptet, dass für das Schiff ein positives Marktumfeld gegeben sei. Tatsächlich weist das Institut für Schifffahrt und Logistik (ISL) in seiner Fachzeitschrift vom April 2010 auf eine bereits bestehende und sich weiter verschärfende Überkapazität hin, die sich negativ auf die Charterraten auswirkt. Der Prospekt des Conti Schiffsfonds MS Conti Achat vermittel darüber hinaus den falschen Eindruck, dass das Kapazitätswachstum bei „nur“ 8,4 % p.a. liege, obwohl im Segment der Supramax-Bulker mit einem Wachstum von 32,2 % p.a. bis 2013 zu rechnen war. Demgegenüber wurde mit einem Nachfragewachstum an Transportkapazität von lediglich 4,4 % gerechnet. Auf einem ohnehin bereits durch Überkapazität belasteten Markt war absehbar, dass dieses erhebliche Wachstum von Transportkapazität auf die mittlerweile stark eingebrochenen Charterraten weiter negativ auswirken würde. Von einem prositven Marktumfeld konnte also nicht mehr die Rede sein. Der Prospekt des Conti Schiffsfonds MS Conti Achat ist daher fehlerhaft weil er die Markterwartungen falsch, nämlich zu positiv darstellt.

Die Prospektfehler führen zu einem Schadenersatzanspruch der betroffenen Anleger gege die Gründungsgesellschafter, die Bremer Bereederungsgesellschaft und die Conti Reederei Management GmbH & Co. KG.

2. Kapitalanlegermusterverfahren

Das Landgericht Hamburg hat meinem Antrag auf Eröffnung eines Kapitalanlegermusterverfahrens entsprochen und am 04.03.2019 einen Vorlagebeschluss an das Hanseatische Oberlandesgericht erlassen. In einem KapMuG-Verfahren wird nun festgestellt, ob die von mir geltend gemachten Prospektfehler vorliegen.

3. Verjährungshemmung durch Forderungsanmeldung 

Anleger die bisher noch keine Klage wegen Prospektfehlern im Zusammenhang mit dem Conti Schiffsfonds MS Conti Achat erhoben haben, können nach Bestimmung des Musterklägers ihre Forderung durch einen Anwalt beim Oberlandesgericht anmelden und damit kostengünstig die Verjährung hemmen. Die Forderungsanmeldung nach § 10 KapMuG ist noch bis 21.04.2020 möglich.

Auch wenn die Forderungsanmeldung grundsätzlich von jedem Anwalt vorgenommen werden kann, ist es sinnvoll die Anmeldung von mir vornehmen zu lassen. Informationen die nicht veröffentlicht werden, sind nur den Prozessbevollmächtigen der Verfahrensbeteiligten zugänglich. Für den Fall, dass Vergleichsverhandlungen zwischen mir und den Prozessbevollmächtigen der Gegenseite geführt werden, beziehe ich auch nur die von mir vertretenen Anmelder mit ein. Kommt es zu einem außergerichtlichen Vergleich in dem die Klagerücknahme für alle Klagen vereinbart wird, was einem durchaus üblichen Vorgehen in diesen Fällen entspricht, bleibt das KapMuG-Verfahren für die anderen Anmelder ohne Ergebnis. Über solche Vergleiche wird dann auch wegen der darin enthaltenen Verschwiegenheitklausel nicht berichtet.