Erfahrungen & Bewertungen zu TK Rechtsanwältin Dr. Tamara Knöpfel

Vorfälligkeitsentschädigung

Die Vorfälligkeitsentschädigung wegen der vorzeitigen Ablösung von Immobiliendarlehen, bzw. von Darlehen, welche grundpfandrechtlich besichert bildet immer wieder einen Anlass für Streit. Die Kündigung eines Immobiliendarlehens kann, innerhalb der Zinsbindungsfrist bzw. vor Ablauf von 10 Jahren seit Empfang des Darlehens, nur aus wichtigem Grund und gegen Zahlung einer Vorfälligkeitsentschädigung erfolgen (§ 490 Abs. 2 BGB).
Für den Darlehensnehmer steht bei den Streitigkeiten mit der Bank immer wieder die Frage im Vordergrund, ob die von der Bank geforderte Vorfälligkeitsentschädigung dem Grunde und der Höhe nach gerechtfertigt ist.
Die Bank kann – nach einer Entscheidung des Bundesgerichtshofs aus dem Jahr 1997 – die Vorfälligkeitsentschädigung nach der so genannten Aktiv-Aktiv oder der Aktiv-Passiv-Methode berechnen.
Die Berechnung nach der Aktiv-Passiv-Methode führt jedoch – aufgrund der Tatsache, dass die dort zugrunde gelegte Wiederanlagerendite negativ ist – dazu, dass die hiernach berechnete Vorfälligkeitsentschädigung über den Vertragszins hinausgeht.
Die Aktiv-Passiv-Methode ist die Differenz zwischen dem (abgezinsten) Vertragszins – den die Bank von bis zur nächsten Kündigungsmöglichkeit bzw. bis zum Ende der Zinsbindung erhalten hätte – und dem Wiederanlagezins, welchen die Bank bekommt, wenn sie das zurückgezahlte Geld am Kapitalmarkt in Pfandbriefe anlegt. Die Entscheidung des BGH welche diese Berechnungsmethode erlaubt, stammt aus dem Jahr 1997 (Urt. v. 01.07.1997 – XI ZR 267/96). Ausweislich der bei der Bundesbank veröffentlichten Datenreihen ist die Pfandbriefrendite seit September 2016 negativ, daher errechnet sich eine negative Wiederanlage und damit die Vorfälligkeitsentschädigung, die über das hinausgeht, was die Bank bei ordnungsgemäßer Vertragserfüllung an Zinsen erhalten hätte.
Die Bank darf durch die Berechnung der Vorfälligkeitsentschädigung jedoch nicht mehr verlangen, als sie ohne Kündigung des Darlehens erhalten hätte. Daher ergeben sich für berechnete Vorfälligkeitsentschädigungen in den letzten drei Jahren Rückforderungsmöglichkeiten für den Darlehensnehmer, wenn die Berechnung nach der Aktiv-Passiv-Methode erfolgt ist.
Die Beträge, welche bei der Berechnung nach der Aktiv-Passiv-Methode über die Vertragszinsen hinausgehen, können beträchtlich sein, so dass sich gerade bei Vorfälligkeitsentschädigungen im Bereich ab 10.000,- € eine Überprüfung lohnt, sprechen Sie mich gerne an.
Als Fachanwältin für Bank- und Kapitalmarktrecht berate und vertrete ich Darlehensnehmer im Zusammenhang mit Darlehenskündigung, Widerruf und der Rückforderung einer überhöhten Vorfälligkeitsentschädigung.

Sprechen Sie mich an.







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